Geschichte der Skulptur




Schon seit der Steinzeit gibt es Skulpturen. Sie gehören zu den ältesten Kunstformen der Menscheitsgeschichte. Demenstprechend oft änderte sich auch das Aussehen, das Material und die Lebensdauer der Skulptur. Sie durchlief ebenso viele Stilrichtungen wie Malerei. Die Skulptur ist eine perfekte Kunstform, mit der man experimentieren kann, da sie so vielfältig ist. Man könnte die Geschichte der Skulptur wesentlich ausschweifender behandeln, als es hier geschieht.



Bereits in der Steinzeit existierte eine primitive Form der Kunst. Damals formten die Menschen Werkzeug aus Stein. Auch wenn dies noch keinen künstlerischen Anspruch hatte, sondern eher praktischer Natur war, kann man dieses Werkzeug als die ersten Skulpturen der Geschichte betrachten.
Als erste „richtige“ Skulptur gilt der Löwenmensch, eine etwa 30 cm große Elfenbeinskulptur, die Schätzungen zufolge etwa 35 000 v. Chr. erschaffen wurde. Vor einigen Jahren machte das Ulmer Museum, in dem der Löwenmensch heute beheimatet ist, übrigens ein interessantes Experiment: ein Archäotechniker erschuf unter ähnlichen Bedingungen wie bei der Herstellung des Originals eine Kopie des Löwenmenschen – er brauchte dafür etwa 300 Arbeitsstunden.

Ägyptische Skulptur des Seth

Ägyptische Skulptur des Seth

Auch die fortschrittlichen Ägypter ließen es sich natürlich nicht nehmen, Skulpturen zu fertigen. Diese reichten von kleinen Goldfiguren bis hin zu riesigen Statuen. Der Mensch wurde relativ abstrakt und blockhaft dargestellt, er wirkte starr. Die Arme lagen meist eng am Körper an, die Beine waren in einer unnatürlichen Position. Da die dargestellten Figuren in der Regel Herrscher waren, fand eine Idealisierung des Menschen statt, die keine individuellen körperlichen Eigenheiten erlaubte. Auch ältere Herrscher wurden meist im jungen Zustand, quasi in der Blüte des Lebens, dargestellt.

Skulptur mit Alexander Rondanini

Skulptur mit Alexander Rondanini

Die wohl bekanntesten Skulpturen sind Statuen aus dem antiken Rom und Griechenland. Die dargestellten Menschen orientierten sich stark an der Realität, waren aber stets idealisiert und perfektioniert. Die griechischen Skulpturen stellen meist athletische Männer oder Gottheiten dar. Auch die Römer nutzten ihre Skulpturen zur Darstellung eines Idealbildes (beispielsweise eines Herrschers), waren in ihrer Ausführung jedoch wesentlich realistischer als ihre griechischen Pendants. Die Dargestellten wiesen individuelle Züge auf. Es entwickelte sich der sogenannte Kontrapost, in dem die dargestellte Figur ein Bein belastet (Standbein) und eins entlastet und das Becken leicht schräg liegt. Diese Haltung wirkte sehr realistisch und stellte einen Ausgleich zwischen Ruhe und Kraft dar. Zuvor hatten menschliche Skulpturen einen eher statischen Ausdruck.

Im Mittelalter waren die Skulpturen vornehmlich christlich-religiös geprägt. Oftmals zierten sie Grabplatten und Kirchen oder dienten der Heiligenverehrung. Meist prägten Madonnenfiguren einen Flügelaltar aus Holz. Erst nach und nach entstanden eigenständige Skulpturen, die sich vom Hintergrund lösten.

Die Renaissance war geprägt von antiken Vorbildern. Die Skulpturen standen frei und sollten so realistisch wie möglich wirken, auch der Kontrapost fand seine Anwendung. Der wichtigste Vertreter ist Michelangelo.

Skulptur Furienmeister

Skulptur Furienmeister

Im Barock wurden die Figuren noch dynamischer. Oft stellten sie Heldenposen dar, die dramatisch und leidenschaftlich wirken sollten. Sie zeigten Gefühlsregungen und Emotionen.

Der Klassizismus wendete sich von barocker Überschwänglichkeit ab. Die Skulpturen wirkten glatter, fließender. Sie waren bescheidener.

In der Moderne fand eine rasante Entwicklung in der bildenden Kunst statt, von der auch die Bildhauerei betroffen war. Die Entwicklung neuartiger Materialien und eine Demokratisierung der Kunst machten größere Experimente möglich. Man orientierte sich oft an vorchristlichen Motiven und Stoffen, sowie an exotischen Themen, beispielsweise die Einarbeitung fremdländischer Motive. Es ging nicht mehr darum, die Realität zu zeigen – Skulpturen wurden abstrakter, symbolischer. Manche Ausstellungen wurden zum Gesamtkonzept – der ganze Raum wurde quasi zur Skulptur. In den 80er Jahren kamen Fernseh- und Videoelemente dazu. Fast alles konnte zur Skulptur werden.






Welche bekannten Skulpturen-Künstler gibt es?