Bekannte Skulpturen






Schon seit der Steinzeit fertigen Menschen Skulpturen an. Es scheint also ein Bedürfnis des Menschen zu sein, seine Umwelt in plastischer Form auszudrücken und begreifbar zu machen. Seit fast 30 000 Jahren werden Skulpturen hergestellt. Hier wird nun ein sehr kleiner Einblick in bekannte Skulpturen der Geschichte gegeben.




Löwenmensch Skulptur

Löwenmensch Skulptur

Der Löwenmensch der Schwäbischen Alb


Eine der ersten Skulpturen der Menschheitsgeschichte, der Löwenmensch, gehört gleichsam zu den bekanntesten. Der Löwenmensch wurde von unseren Vorfahren aus einem Mammut-Stoßzahn geschnitzt. Er ähnelt einem Löwen, steht aber aufrecht auf zwei Beinen. Bis heute ist unklar, ob es sich bei der Skulptur um die Darstellung eines Fabelwesens handelt oder um einen Menschen, der sich für einen Ritus als Tier verkleidet hat. Auch die Frage, ob die Figur männlich oder weiblich ist, gibt den Forschern bis heute Rätsel auf. Doch gerade diese Unklarheiten machen den Löwenmenschen aus der Schwäbischen Alb so interessant.



Die Venus von Willendorf


Ein bisschen jünger als der Löwenmensch ist die Venus von Willendorf. Sie entstand um  25 000 v. Chr. und ist demzufolge circa 10 000 Jahre jünger als der Löwenmensch. Dem heutigen Betrachter mag die üppige Frauenfigur befremdlich erscheinen, auch wenn die dargestellte Figur proportional realistisch gefertigt wurde. Die Venus von Willendorf ist kugelrund und mehr als übergewichtig. Man mutmaßt, sie stellt das Idealbild einer gut genährten oder hochschwangeren Frau dar. Sie symbolisiert somit entweder Nahrung im Überfluss oder Fruchtbarkeit. Figuren dieser Art waren ein beliebtes Objekt für Skulpturen. Die Willendorfer Venus wurde aus einem Oolith, einem Sedimentgestein, erschaffen. Man kann sie im Naturhistorischen Museum in Wien betrachten.



Große Sphinx von Gizeh

Große Sphinx von Gizeh

Die Sphinx von Gizeh


Die Sphinx gehört zu einem der bekanntesten Bauwerke der Welt und ist vermutlich dennoch nicht als Skulptur geläufig. Streng genommen ist sie ein Nebenprodukt, das beim Bau der Cheops-Pyramide entstand. Wo heute die Sphinx steht war früher ein Steinbruch, der das Material für die Pyramide lieferte. Der Kalksteinhügel wurde anschließend so weit bearbeitet, bis die Sphinx daraus entstanden war.
Die Sphinx diente vermutlich einem Zweck und war somit kein reines Kunstprodukt. Forscher streiten über den genauen Sinn der riesigen Statue – man kann nicht genau sagen, ob sie der Götterverehrung diente oder ein Abbild des Pharao Cheops war.

Venus von Milo

Venus von Milo


Die Venus von Milo

Im Jahr 1820 fand der Bauer Giorgos Kentrotas auf der griechischen Insel Milos eine antike griechische Statue. Die Marmorskulptur stellt eine Frau dar, die dem weiblichen Schönheitsideal seiner Zeit entspricht (etwa 100 v. Chr.). Heute steht die Venus im Louvre.
Eigentlich ist die Venus keine griechische, sondern eine römische Göttin. Inoffiziell spricht man deshalb auch oft von der „Aphrodite von Milo“.



Doryphoros Skulptur

Doryphoros Skulptur

Doryphoros

Die Skulptur des Speerträgers ist eine der berühmtesten Werke des Bildhauers Polyklet. Die Skulptur gehört zum polykletischen Kanon, eine Art Proportionslehre, die besagt, dass sich alle  Aspekte das Maß halten müssen. Aus diesem Grund ist die dargestellte Figur in einem mittleren (eher zum jungen tendierenden) Alter, hat eine entspannte Körperhaltung und meidet Extreme aller Art. Dies war der Beginn des Kontraposts. Wo Figuren zuvor starr und unecht gewirkt hatten, steht die Figur nun in einem natürlichen Gleichgewicht. Der Doryphoros war Vorbild für nachkommende Skulpturen. Die Haltung wurde beispielsweise auch von den Römern übernommen.



Laokoon-Gruppe

Die antike Skulptur stellt den Todeskampf von Laokoon und seinen zwei Söhnen dar. Sie wurde im 16. Jahrhundert wiederentdeckt – einer Zeit, in der sowieso eine Antikenverehrung stattfand. Bei der Marmorskulptur handelt es sich eigentlich nur um die Kopie eines wesentlich älteren Werks, das einige hundert Jahre vorher existiert haben soll. Bis ins 20. Jahrhundert hinein war Laokoons Arm, der nicht erhalten geblieben war, gerade ausgestreckt. Erst in den später wurde der echte Arm gefunden, der gebeugt ist.



Augustus von Primaporta

Mit über 2 Metern Größe ist die Skulptur von Kaiser Augustus sicherlich größer, als der Herrscher zu Lebzeiten wirklich war. Da die Statue bei ihrem Fund stark beschädigt worden war, musste sie mühsam rekonstruiert werden. Auch wenn bei der Skulptur heute die Marmoroberfläche zu sehen ist, war sie zu Entstehungszeiten bunt bemalt, wie es bei fast allen Statuen aus dem antiken Rom und Griechenland der Fall war. Die Haare und der Panzer des ersten römischen Kaisers sind sehr sorgfältig und detailgetreu angefertigt. Ob die Figur auch etwas in der Hand hielt, weiß man nicht.



David

Die Skulptur der biblischen Figur David ist das wohl bekannteste Werk Michelangelos neben der Sixtinischen Kapelle. Die Statue ist eine Meisterleistung der Bildhauerei – immerhin ist David über 5 Meter groß. Demnach musste Michelangelo die Skulptur aus einem riesigen Stück Marmor heraushauen. Zwei Bilderhauer waren vor ihm gescheitert. Michelangelo musste mit einem bereits angefangenen Kunstwerk arbeiten und das Beste daraus machen. Kunstforscher vermuten, die gehobene Haltung des linken Armes hat etwas mit an dieser Stelle fehlendem Rohmaterial zu tun. Bis ins 19. Jahrhundert stand die Statue auf dem Palazzo Vecchio in Florenz. Heute steht sie in der Florentiner Accademia – befreit von Vogelexkrementen.



Der Denker

Auguste Rodin gehört zu den bedeutendsten Bildhauern der Moderne. Eigentlich ist seine Skulptur „Der Denker“ Teil eines Gesamtkunstwerks, des Höllentors aus Dantes Inferno. Relativ zentral sieht man hier einen Mann in sitzender Pose, nach vorne gebeugt, als wäre er tief in Gedanken versunken. Der Denker wurde bald zur eigenständigen Skulptur und wurde mehrmals abgegossen und in seiner Größe verändert. Interessant ist, dass die Person, die Modell für den Denker stand, ein Boxer ist, der als alles andere als intellektuell galt.



Die Kleine Meerjungfrau

Sie ist das Wahrzeichen Kopenhagens. Direkt am Hafen sitzt die Figur, die aus dem Märchen Hans Christian Andersens stammt. Eigentlich ist die nur 125 cm große Figur des Bildhauers Edvard Eriksens nur eine Kopie des Originals. Die echte Meerjungfrau steht an einem unbekannten Ort bei den Nachfahren Eriksens. Was auf den ersten Blick schade erscheint, hat auch seinen Sinn: schon öfter wurde die Figur Opfer von Vandalismus. Im letzten Jahr verbrachte die Skulptur einen Großteil des Jahres in China, im dänischen Pavillon der Expo.



Prometheus am Rockefeller Center

Prometheus ist eine Figur aus der griechischen Mythologie. Auch wenn er der Sage nach kein schönes Leben hatte (er war dazu verdammt, an einem Felsen zu hängen und seine  nachwachsende Leber jeden Tag von einem Adler auffressen zu lassen), so kommt ihm doch heute die Ehre zuteil, einen der berühmtesten Orte der Welt zu zieren. Eine vergoldete Skulptur des Prometheus schmückt den Rockefeller Plaza in New York. Im Winter fahren hauptsächlich Schlittschuhläufer an Prometheus vorbei. Die Statue gilt als eine der bekanntesten in den USA und wird eigentlich nur noch vom Lincoln Memorial, der Freiheitsstatue und dem Mount Rushmore übertroffen.



Mount Rushmore

Streng genommen müsste man den Mount Rushmore im US-Staat South Dakota als Relief bezeichnen, da das Monument nicht vollplastisch ist.
Ein Großteil des Felsens konnte nicht filigran mit Hammer und Meißel behandelt werden, sondern wurde herausgesprengt oder mit dem Presslufthammer bearbeitet. Es dauerte 14 Jahre bis das Denkmal, das die Präsidenten George Washington, Thomas Jefferson, Theodore Roosevelt und Abraham Lincoln zeigt, vollendet war bzw. den Erbauern das Geld ausging. Eigentlich hätten die Präsidenten noch bis zur Taille zu sehen sein sollen, nun sind nur ihre Köpfe abgebildet. Dabei waren die Kosten mit rund einer Million Dollar noch relativ niedrig, wenn man sie mit heutigen Bauprojekten vergleicht.



LOVE

Ein schönes Beispiel der Pop Art sind die LOVE-Skulpturen von Robert Indiana. Fast jeder kennt den typischen Schriftzug: Die vier Buchstaben L, O, V und E bilden einen rechteckigen Block, wobei das L und das O oben, das V und E unten stehen. Die Skulptur befindet sich an unzähligen Orten überall auf der Welt, wie zum Beispiel im JFK Plaza in Philadelphia, der inoffiziell auch Love Park genannt wird.






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