Materialien
Die Skulptur-Materialien sind so vielfältig wie die Skulptur selbst. Man kann sie aus fast jedem Material anfertigen. Ein paar Beispiele sind Holz, Bronze, Stein, Metall oder Gold. Heutzutage wird auch gerne mit Materialien gespielt und experimentiert. Das hat auch Einfluss auf die Haltbarkeit einer Skulptur.

Bekannte Skulptur in der Spitalkirche in Bayreuth
Zu Anfangszeiten der Kunst wurden einfache Materialien zur Herstellung von Skulpturen benutzt. Man verwendete Knochen, Zähne oder Geweihe von Tieren, um daraus kleine Figuren oder Werkzeug zu formen. Oft dienten Steine, die man zuvor entsprechend bearbeitet hatte, um sie spitzer zu machen, als Werkzeuge. Es wurden auch Skulpturen aus Stein gefertigt. Nicht umsonst nennt man dieses Zeitalter auch Steinzeit.
Um 8000 v. Chr. begannen die Menschen mit Metall zu arbeiten, was eine ganz neue Art des Materialschaffens erschloss. Ägypter nutzen außerdem Alabaster, das weicher ist als Stein und deswegen einfacher verarbeitet werden konnte.
In Asien verwendete man um etwa 4000 v. Chr. Kupfer und Bronze, aus denen Skulpturen gegossen werden. Etwa um die selbe Zeit begann man auch, Gold herzustellen. Das Metall war wegen seiner Farbe und der aufwändigen Herstellung sehr wertvoll. Es verwundert nicht, dass Herrscher Skulpturen von sich in Gold anfertigen ließen, um ihre Macht zu unterstreichen.
Wenige Jahrhunderte v. Chr. entwickeln Menschen neue Materialien, wie Zink oder Blei. Die Bronze wurde zunehmend durch die Gewinnung von Eisen ersetzt.
Im Mittelalter konnte Eisen in Hochöfen schneller und in größerer Menge produziert werden. Es entstanden Gusseisen.
Ein weiteres Material alter Skulpturen ist Elfenbein. Es wird aus den Stoßzähnen von Elefanten bzw. früher Mammuts gewonnen. In der Steinzeit war es ein beliebtes Material zur Herstellung von Figuren. Wegen der eingeschränkten Größe der Zähne waren hier nur kleine Skulpturen möglich. Besonders helle Stoßzähne ohne Risse und Verfärbungen galten als sehr wertvoll. Seit 1989 ist es verboten, Produkte aus Elfenbein zu handeln.
Bereits seit der Antike wurde außerdem mit Glas gearbeitet. Meist wurden hier jedoch Gebrauchs- und Schmuckgegenstände hergestellt und keine Skulpturen. Die antiken und mittelalterlichen Fertigkeiten sind den späteren Herstellungsweisen natürlich stark unterlegen. Das Glas konnte nicht so filigran und exakt geformt werden wie heute. Heutzutage sind technisch eine genauere Farbgebung und gewagtere Formen möglich.
Seit dem 19. Jahrhundert existiert der Kunststoff. Im 17. und 18. Jahrhundert kannte man bereits Kautschuk, der durch den Prozess der Vulkanisierung verfestigt werden konnte. Streng genommen handelt es sich bei Kunststoff-Skulpturen allerdings um Plastiken. Der Vorteil von Kunststoff-Skulpturen ist, dass sie oftmals nicht so teuer sind wie aufwändiger hergestellte Skulpturen aus Stein.
Natürlich darf der wichtigste Rohstoff bei der Herstellung von Skulpturen nicht vergessen werden – das Holz. Ist es doch in der Beschaffung billig und muss nicht in aufwändigen Prozessen hergestellt werden. Der nachwachsende Rohstoff war in der Vergangenheit ein wichtiger Lieferant für Skulpturen-Material und ist es auch heute noch. Holz ist leichter zu bearbeiten als zum Beispiel Stein, weswegen Skulpturen schneller und mit weniger Kraftaufwand hergestellt werden können. Natürlich leidet hier die Langlebigkeit des Materials, insbesondere, wenn es unbehandelt ist.
Im Grunde sind der Phantasie keine Grenzen gesetzt. Gerade in der heutigen Zeit herrscht ein vielfältiges Angebot an Materialien. Heutzutage werden sogar Skulpturen aus Eis gefertigt. Deren Haltbarkeit ist natürlich eingeschränkt.
Viele der Materialien, wie Holz, eignen sich sehr gut, um Skulpturen selbst herzustellen.