Wohin mit einer Skulptur?
Nutzt man die Skulptur für den eigenen Gebrauch, stellt sich die Frage, wo man sie unterbringen soll. Je nach Wert der Skulptur ergeben sich einige Optionen zum Standort. Man muss heutzutage keine Tausende mehr für eine Skulptur ausgeben – man kann aber natürlich. Oftmals bestimmten Trends, welche Skulpturen man sich in die eigenen vier Wände stellt. Diese Trends sind dann irgendwann auch in Baumärkten und Einrichtungshäusern angekommen.

Skulptur Killingen, Oslo
Skulpturen, die der Öffentlichkeit zugänglich gemacht sind, stehen meist in Museen oder an zentralen und wichtigen Plätzen einer Stadt. Diese sind in der Regel von bekannten Skulpturen-Künstlern. Sehr bekannte und kostbare Skulpturen wie der Löwenmensch stehen gut gesichert in Museen. Die Venus von Willendorf war für lange Zeit nur als Kopie zu sehen, weil das Original zu wertvoll war.
Skulpturen, die frei in der Öffentlichkeit herumstehen, sind schonungslosen Witterungsbedingungen ausgesetzt. Die meisten Menschen wissen zum Beispiel gar nicht, dass die New Yorker Freiheitsstatue einst kupferfarben war. Über die Jahrzehnte verwitterte die Oberfläche und die Statue erhielt ihre klassische grüne Farbe (diese Schicht nennt man Patina). Darüber hinaus tun Tauben und sonstige Vögel ihr übriges, um Plastiken und Skulpturen zu beschmutzen.
Skulpturen an öffentlichen Plätzen können meist nicht rund um die Uhr bewacht werden. Aus diesem Grund gelingt es Vandalen beispielsweise in regelmäßigen Abständen, die Kopenhagener Meerjungfrau zu beschädigen und zu bemalen.
Doch auch in Museen kann es zu Vandalismus kommen, wie es zum Beispiel in den 90er Jahren Michelangelos David passierte, als ein Vandale Teile von Davids Zehen mit einem Hammer bearbeitete.
Kunstsammler, die ihre Skulpturen nur im Privaten genießen, müssen sich über Vandalismus in der Regel keine Gedanken machen. Wertvolle Skulpturen bekannter Künstler sollten deshalb aber auch immer in Innenräumen stehen. Wenn man nicht gerade über eine Multimillionen-Euro-Villa verfügt, die mit einem drei Meter hohen Sicherheitszaun und Wachmännern abgesichert ist, wäre ein Standort im Garten weniger empfehlenswert. Insbesondere, wenn die Skulptur leicht genug ist, um weggetragen zu werden. So wurde beispielsweise im März 2011 bekannt, dass in einem Museum in Jerusalem eine etwa 60 kg schwere Skulptur von Auguste Rodin gestohlen wurde. Die Diebe hatten sie während Umbauarbeiten einfach weggetragen.
Für den Garten eignen sich also nur Skulpturen von den Ausmaßen einer Sphinx, um ein Forttragen auszuschließen oder Skulpturen, die keine Einzelstücke und demnach auch nicht allzu wertvoll sind. Fast jeder Baumarkt bietet mittlerweile Skulpturen für den Garten. Über den Geschmack dieser lässt sich natürlich streiten. Ab und an wird auch die billigste Gartenskulptur gestohlen – man denke an die zahlreichen Gartenzwerg-Diebstähle, die sich täglich in deutschen Vororten ereignen.
Will man nun den Garten mit Skulpturen aufhübschen, empfiehlt es sich, sich vorher eine Art Konzept für den Garten auszudenken. Viele Gärten wirken mit der Fülle an unterschiedlichen Figuren überlastet und zusammengewürfelt. Man sollte sich fragen, wie der Garten wirken soll: eher klassisch mit antik anmutenden Figuren oder eher modern mit abstrakten Skulpturen? Ein zu großes Durcheinander kann schnell ablenkend wirken und bringt eine Unruhe in den Ort, der ja eigentlich als Ruhepol gedacht ist.

Beliebtes Skulpturen-Motiv: der Buddha
Sehr beliebt sind momentan Buddha-Figuren. Diese gibt es in allen möglichen Variationen, Größen und Materialien zu kaufen. Die Preise schwanken stark: man kann hier auch über 1000 Euro ausgeben, wenn man möchte. Asiatisch gestaltete Gärten kommen auch in Europa immer mehr in Mode. Mit asiatischen Pavillons und Wasserspielen fangen Buddha Skulpturen erst an, richtig zu wirken.
Stehen Skulpturen unter freiem Himmel, sollte man sich über das Skulptur-Material Gedanken machen. Skulpturen aus Eisen beispielsweise können schnell rosten, Holz kann verwittern und Stein kann von Moosen bewachsen werden. Eine regelmäßige Wartung und Pflege ist demnach unabdingbar. Möchte man diesen Aufwand nicht betreiben, sollte man die Skulpturen in Innenräumen aufstellen.
Meist stehen Skulpturen in den ausschweifenden Räumen besser betuchter Menschen. Für sie ist Kunst ein Prestigeobjekt. Die Skulpturen stehen meist gut für Besucher sichtbar platziert, oftmals direkt im Eingangsbereich. Kleine Skulpturen sind oftmals billiger und können besser in den Wohnraum integriert werden. Oft lautet das Motto: entweder eine teure Skulptur oder gar keine. Billige Kopien bekannter Skulpturen wirken oft stillos. Deswegen trauen sich viele Kunstliebhaber auch nicht, eine Skulptur zu erwerben, aus Angst, sie könnten geschmacklos wirken und damit ihr Ziel verfehlen. Wer sich allerdings keine teuren handgemachten Originale kaufen kann, kann diese auch mieten. Viele Künstler bieten heute die Möglichkeit, ein Kunstwerk nur für einen bestimmten Zeitraum zu erwerben und diese dann wieder zurückzugeben. Dies ist billiger und sowohl für den Künstler als auch den Käufer ein lukratives Geschäft.
Ob man eine Skulptur nun außen oder innen aufstellt, kommt letztendlich auf den persönlichen Geschmack an. Hat man teure Skulpturen, die aus empfindlichen Materialien hergestellt wurden, empfiehlt es sich, sie in den Innenräumen aufzustellen. Wo genau, das kommt natürlich auf den Einrichtungsstil an. Eine Skulptur muss in den Raum passen und sich integrieren, sonst kann sie ihre Wirkung nicht entfalten, wirkt im wahrsten Sinne des Wortes fehl am Platz.
Ist eine Skulptur robust und das Material resistent, kann man sie getrost in den Garten stellen. Gerade Skulpturen aus dunklem Stein zeigen sich recht unempfindlich. Es kann sogar schön aussehen, wenn die Figur nach und nach von Moos bewachsen wird. Auch hier gilt es, einen geeigneten Platz zu finden.
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